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Die akute Versorgung des polytraumatisierten Patienten ist ein komplexer und dynamischer Prozess mit einem hohen Workload in einem engen Zeitfenster. In dieser kritischen, lebensbedrohlichen Situation müssen Entscheidungen in kürzester Zeit getroffen werden, ohne dass immer alle notwenigen Informationen verfügbar sind. Solch eine Stresssituation erhöht das Risiko an menschlichem Versagen.
Durch standardisiertes Vorgehen kann dieses Risiko minimiert werden. Advanced Trauma Life Support (ATLS®) ist ein standardisiertes Konzept in der Traumaversorgung für Ärzte. In Deutschland ist dieses Kurskonzept seit 2003 ein fester Bestandteil der Polytraumaversorgung. Das Konzept ist einfach strukturiert, prioritätenorientiert (ABCDE-Schema) und lebensbedrohliche Verletzungen werden sofort behandelt. Gerade die gemeinsame Sprache (ABCDE) zeigt einen deutlichen Vorteil gegenüber anderen Ausbildungsprogrammen und fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Schockraum. Klare Algorithmen und Versorgungskonzepte geben Struktur und helfen die Abläufe in der Polytraumaversorgung zu verbessern. Im Rahmen der Traumanetzwerkbildung ist das ABCDE-Konzept zum festen Bestandteil des Qualitätsmanagements jeder beteiligten Klinik geworden. Nach der Verbesserung der Schnittstelle zwischen Präklinik und Klinik mit der Einführung der PHTLS Kurse (Pre Hospital Life Support) in Deutschland im Bereich des Rettungsdienste war die Integration der Pflegekräfte im Schockraum in das gemeinsame Konzept das nächste Ziel – ATCN Deutschland war geboren. |


